Neues Superteleskop E-ELT geplant

E-ELT

Noch im Jahr 2012 will die Europäische Südsternwarte (ESO) mit dem Bau des weltgrößten und leistungsfähigsten Spiegelteleskop E-ELT beginnen. Dabei steht E-ELT für European Extremely Large Telescope. Die Ausmaße stellt alles bisher gebaute in den Schatten, wie obiges Bild schon mal zeigt. Der Hauptspiegel hat einen Durchmesser von 39,3 Meter. Mit Montierung wird das ganze 5500 Tonnen wiegen. Natürlich läßt sich so ein Spiegel nicht „am Stück“ herstellen. Man wird , ähnlich wie bei einem Insektenauge, aus vielen Segmenten den Spiegel zusammen setzen. Auch dabei geht es wieder in neue Dimensionen, denn es werden fast 800 einzelne Segmente benötigt, die jeweils einen Durchmesser von 1,45 Meter aufweisen. Erst vor Ort werden alle Teile zum Haupspiegel zusammengesetzt. Dieser hat dann eine Fläche von 978 Quadratmeter und kann dann 15 Mal mehr Licht einsammeln als die derzeit größten Spiegelteleskope.

Auch die Kuppel wird gewaltig sein. Sie überspannt die Fläche eines Fußballstadions. Das beeindruckende Teleskope wird auf einem Berg in der Atacama-Wüste errichtet. 2018 soll alles in Betrieb gehen. Der Standort ist nicht neu für die ESO, betreibt sie dort bereits mehrere Großteleskope. Auf dem Gipfel des 3060m hohen Cerro Armazones , auf dem das Teleskope errichtet werden soll, gibt es im Vorfeld einiges zu tun. Er muss eingeebnet werden. Die Vorbereitungen dazu laufen schon. Die Kosten sind auf 1,1 Milliarden Euro festgelegt. Auch technisch hat man einiges zu leisten. Die fast 800 Segmente sind nur 5cm dick und bestehen aus spezieller Glaskeramik. Diese hat die Besonderheit, das sie sich bei Temperaturschwankungen nicht verzieht. Oben drauf wird noch eine reflektierende Schicht aufgedampft. Die Herstellung eines Segmentes dauert 3 Tage. Die Spiegel werden in 3 parallel laufenden Prozessen buchstäblich am laufenden Band produziert. Das reduziert nicht nur erheblich die Kosten, sondern auch die Fertigungszeit ingesamt. Statt 6 1/2 Jahre möchte man in wenigen Monaten fertig sein. Hier zunächst nochmal ein Vergleich mit den Pyramiden, damit man sich an die Dimensionen gewöhnt für dieses Projekt.
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Im Übrigen hat das E-ELT noch 4 weitere , jedoch deutlich kleinere Spiegel. Zwei davon dienen der Bildkorrektur, die anderen zwei lenken das Licht zu den an das Teleskop angeschlossenen Messinstrumenten.
Die Leistung wird später das Hubble Weltraumteleskop um den Faktor 15 übertreffen, obwohl es durch die Luftschichten der Erde hindurch beobachten muss. Man bedient sich wieder der adaptiven Optik, die augenblicklich die Bildverzerrungen durch die Luftunruhe präzise ausgleicht.
Die Luftunruhe wird durch sechs Laser gemessen, die bis in die Hochatmosphäre reichen.

Ursprünglich sollte ein noch größeres Teleskop gebaut werden. Der Spiegel hätte einen Durcmesser von 100 Meter gehabt. Dann wären die Korrekturspiegel mit ca. 30m Durchmesser ähnlich groß wie der aktuelle Plan es vorsieht. Dieses OWL- Overwhelmingly Large Telescope ist aber wohl zu kostenaufwendig, deshalb bezeichnet man nun das E-ELT gern als abgespeckte Variante. Die Kuppel des OWL hätte 220 Meter Durchmesser und die gesamte Konstruktion käme auf ein Gewicht von 15000 Tonnen. Das alles führte dazu, das OWL bereits 2005 zu den Akten gelegt wurde.
Was mit dem nun geplanten E-ELT nachgewiesen werden soll, ist auch die Frage, ob es außerhalb unseres Sonnensystems erdähnliche Planeten gibt. Das E-ELT wird dann bis in einem Umkreis von 30 Lichtjahren danach Ausschau halten können. Wir dürfen gespannt sein.

MP

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