Astronomische Vorschau für Juni 2011

Sonne:
Im Juni erreicht die Sonne bekanntlich den höchsten Punkt ihrer jährlichen Bahn am Firmament. Die Deklination beträgt am 1.6. 21°58’ und am 30.6. 23°12’. Dazwischen liegt das Maximum des Jahres, der Sommeranfang. Er wird am 21.6. eintreten um exakt 17:19:48 TT, das ganze bei einer Deklination von 23°26’14,82”.

Mond: 
Der Mond wird im Juni seine Phasen zu folgenden Zeiten erreichen: Neumond am 1.6. um 21:03 TT, 1. Viertel am 9.6. um 02:11 TT. Vollmond wird am 15.6. sein um 20:14 TT und den Abschluss macht das letzte Viertel am 23.6. um 11:49 TT. Das Perigäum wird am 12.6. sein um 01:46 TT mit 367187 km. Das Apogäum folgt am 24.6. um 04:14 TT mit 404274 km. Den Äquator nach Norden wird der Mond am 22.6. um 18:36 TT überqueren, nach Süden geht es bereits am 9.6. um 01:53 TT.
Die größte nördlichste Deklination mit  23°23’29,18” wird am 2.6. um 9:54 TT und nochmals am 29.6. um 17:46 TT mit 23°23’49,84” eintreten. Dazwischen sehen wir den Mond in seiner tiefsten Deklination mit -23°23’44,84” am 15.6. um 8:53 TT. Den aufsteigenden Knoten passiert er am 15.6. um 18:36 TT. Den absteigenden bereits am 2.6. um 20:22 TT und nochmals am 30.6. um 4:14 TT.

Merkur: 
Merkur ist im Juni erst zum Ende des Monats am Abendhimmel zu beobachten. Wenn auch die Bedingungen nicht ganz so gut sind wie im Frühjahr, wird bei guten Wetter eine Beobachtung möglich sein. Alternativ lässt er sich auch am Tag beobachten.
Am 12.6. um 21:41 TT steht er zunächst in oberer Konjunktion und entfernt sich dann wieder von der Sonne. Zudem wird Merkur am 19.6. um 6:05 TT seine größte Deklination in 2011 erreichen. Diese beträgt dann 24°58’44,18”. Außerdem wird die größte nördlichste heliozentrische Breite am 22.6. eintreten. Sie beträgt um 12:49 TT exakt +7°00’18,54”.

Venus:
Für Venus werden die Beobachtungsbedingungen nun immer schlechter, das Ende der Morgensichtbarkeit ist nicht mehr fern. Am 10.6. wird sie südlich der Plejaden stehen. Zum hellen Stern Atlas hat sie um 3:16 TT dann einen südlichen Abstand von 4°56’43”.
Kurz darauf, am 17.6., passiert sie Aldebaran. Venus steht um 15:28 TT 4°42’51” nördlich desselbigen.

Mars:
Mars entfernt sich langsam weiter von der Sonne und kann für kurze Zeit am Morgenhimmel beobachtet werden.

Jupiter:
Er steigt nun deklinationsmäßig immer höher. Da aber auch die Sonne sehr hoch steht, ist auch hier nur eine kurze Beobachtungszeit möglich.

Saturn:
Saturn hat seine Opposition schon lange hinter sich, er wird bereits am 14.6 um 5:36 TT wieder rechtläufig. Das ganze passiert in der Nähe des Sternes Gamma Virgo, den er aber nicht mehr erreicht. Der kürzeste Abstand wird am 9.6. um 15:23 TT eintreten. Saturn steht dann nur 0°15’24” südlich von Gamma Virgo.  Über den weiteren Verlauf der Saturnbahn habe ich bereits auf   https://astromarco.wordpress.com/planeten/saturnlauf-im-jahr-2011/  informiert.

Uranus: 
Er löst sich nur schwer aus den Strahlen der Sonne und kann auf Grund seiner Helligkeit nur für kurze Zeit beobachtet werden.

Neptun: 
Er steht schon weiter weg von der Sonne als Uranus, ist aber schwächer und kann deshalb nur mit Mühe beobachtet werden. In den nächsten Wochen wird das aber besser.
Bereits am 3. 6. um 17:58 TT wird Neptun rückläufig. Die Oppositionsschleife beginnt.

Pluto:
Pluto zählt bei mir nach wie vor zu den Planeten.  Er erreicht seine Opposition im Juni. Das wird am 28.6. um 05:20 TT der Fall sein. Bereits am 26.6. hat er die kürzeste Entfernung zur Erde. Das tritt um 11:48 TT ein.  Von Pluto trennen uns dann 4,643167102 km.

Besonderheiten:
Im Juni finden 2 Finsternisse statt. Los geht es am 1.6. gleich mit einer partiellen Sonnenfinsternis. Von Deutschland aus ist sie leider nicht zu beobachten. Das ist in Grönland so wie in den nördlichsten Teilen von Asien und Amerika der Fall. Außerdem hat man Chancen in Skandinavien und nördlich des Polarkreises.

Das Maximum der partiellen Sonnenfinsternis wird erreicht am 1.6. um 21:17:18 TT auf 67,8° Nord und 46,8° Ost. Die Sonne steht dort nur 6° über dem Mitternachtshorizont. Diese Finsternis gehört zum Saros 118. Die meisten der Finsternisse sind bereits Geschichte, denn bereits am 15.7.2083 endet dieser Saros mit einer kleinen partiellen Sonnenfinsternis auf 64,0° Nord und 37,7° West. Die Magnitude beträgt dann nur noch 0,0168. Am 1.6.2011 beträgt dieser Wert noch 0,6010. Im Katalog von Oppolzer hat diese Finsternis die Nummer 7657.  Weiteres Interessantes zum Finsternisjahr 2011 habe ich bereits auf  https://astromarco.wordpress.com/2010/12/30/das-finsternisreiche-jahr-2011/ veröffentlicht. Nach der Sonnenfinsternis am 1.6. folgt bereits am 15.6. eine totale Mondfinsternis, die ich ausgiebig unter https://astromarco.wordpress.com/finsternisse/mondfinsternis-vom-15-juni-2011/ erläutert habe. Dort findet man auch für fast 50 Orte in Deutschland die Höhe des Mondes zur Mitte der Mondfinsternis.
Außerdem findet am 3. Juni ein Merkurdurchgang statt. Natürlich nicht von der Erde aus, aber von Venus aus. Ich habe die heliozentrische Konjunktion berechnet für 8:25:09s TT.
Merkur und Venus stehen dann bei einer heliozentrischen Länge von 23°41’50,44”. Die heliozentrische Breite des Merkur beträgt zu dieser Zeit -2°56’50,95” , die der Venus
bei -2°42’55,82”. Von Venus aus beträgt der scheinbare Durchmesser der Sonne 2648,05”, das sind 44,13’.  Der scheinbare Durchmesser des Merkur beträgt 17,07”. Das letzte Ereignis dieser Art war am 4. Juni 2007, das nächste folgt am 18. Dezember 2012.

Zuletzt möchte ich noch auf eine besonders enge Konjunktion von Mond und Venus hinweisen. Diese ereignet sich am 30. Juni am Morgenhimmel. Erst nach Sonnenaufgang wird es spannend, wenn sich die schmale Mondsichel der Venus nähert und sie knapp südlich passiert. Die folgende Grafik zeigt die Position der beiden um 8:35 MESZ:

Konjunktion Mond Venus 30.Juni 2011

Etwas weiter südlich und östlich von uns können unter anderem die Beobachter im nördlichen Afrika, im arabischen Raum sowie in Indien eine Bedeckung der Venus verfolgen. Genaueres zeigt die letzte Grafik:

Bedeckung Mond -Venus 30. Juni 2011

MP

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