ESOP vom 26.8.-31.8.2011 in Berlin. Ein Rückblick

Vom 26.8.-31.8.2011 fand in Berlin die ESOP statt. ESOP steht für
European Symposium on Occultation Projects.

Alles was mit Bedeckungen zu tun hat, wird hier diskutiert und in vielen Beiträgen den Teilnehmern näher gebracht. Ich selbst habe zum dritten mal an der ESOP teilgenommen, die ersten beiden Termine waren 1990 und 1991. Somit wurde es höchste Zeit, nach 20 Jahren wieder teilzunehmen. Damals standen vor allem Sonnenfinsternisse auf dem Tagesprogramm. Durch die Veränderungen der Technik und den Zugänglichkeiten auch für Amateure haben sich die Sternbedeckungen durch Planetoiden in den Vordergrund geschoben.
Europäisch ist diese Veranstaltung nicht mehr, wenn man auf die Teilnehmerliste schaut. Denn auch Gäste aus den Staaten, Brasilien und Peru hatten sich angesagt. Ich selbst habe nur 2 Tage an der Veranstaltung teilgenommen. Dazu gehörte auch der Workshop am Freitag. Die Veranstaltung selbst fand in der Archenhold Sternwarte statt. Markantes Zeichen ist sicherlich der große Refraktor.

Da ich relativ zeitig vor Ort war, konnte ich die Ausstellungsräume schon mal in Ruhe betrachten.


Ein wirkliches Prachstück ist der Meridiankreis.

Im Workshop am Freitag erzählen E. Bredner und W. Rothe , was beim beobachten von Sternbedeckungen durch Planetoiden wichtig ist, welche Technik man wenigstens brauch und das man natürlich unendlich viel Geduld haben muß, um diese Ereignisse auch wissenschaftlich wertvoll beobachten und aufzeichnen zu können. All diese Voraussetzungen bringen beide natürlich mit ;-):


Ohne entsprechende Software läuft gar nichts. Und diese wird von W.Rothe vorgestellt.


Nach dem Workshop ist natürlich das Thema noch nicht beendet. Jetzt wird erstmal mit Fragen richtig nachgebohrt.

Am Abend machte auch das Wetter weiterhin mit, somit stand dem Barbeque nichts im Wege. Verpflegung ist für uns Astronomen eben auch wichtig.

Und in der Dämmerung sieht die Sternwarte doch auch gut aus, oder ?

Am Samstag dann starteten die Vorträge im Einstein-Hörsaal.

Es hält sich übrigens nach wie vor das Gerücht, Einstein hätte diese Tafel nie berührt ;-)

Gegen Mittag sammelten sich alle zum obligatorischen Gruppenbild.

Von großem Interesse war natürlich die Besichtigung des großen Refraktors der Sternwarte. Er ist mit einer Brennweite von 21m ! der größte der Welt. Das Gewicht liegt bei ungefähr 130 Tonnen.

Schon die Montierung bzw. Steuerung ist eine mechanische Höchstleistung. Immerhin wurde die Sternwarte 1896 zur Treptower Gewerbemesse eröffnet.

Das ganze sieht in dieser Stellung eher aus wie eine riesige Kanone. Aber es ist ein Refraktor, der immer noch voll funktionstüchtig ist.
Danach ging es weiter mit einer kurzen Tour durch das Planetarium.

Nach dem Mittag hieß es wieder zuhören bei den zahlreichen Vorträgen. Großes Thema sind im Moment die TNO’s, die Trans Neptun Objekte. Himmelskörper bzw.
Planetoiden, die jenseits von Neptun ihre Bahn ziehen.

Interessant war auch die Darlegung von 2 Sternbedeckungen durch Planeten Pluto und seines Mondes Hydra. Es wird schon sehr viel Aufwand betrieben, um diese Ereignisse zu verfolgen. Leider sind die Vorhersagen zunächst etwas anders , als es sich dann später herausstellt.


Nachdem 6 Monate zuvor das Finsternisgebiet feststeht, verschiebt es sich unter Umständen “etwas” nach Süden:

Also alle haben auch hier wieder einiges gelernt. Für mich ging damit diese schöne Veranstaltung zu Ende. Fest steht, das ich nicht wieder 20 Jahre warten möchte, um an der ESOP teilzunehmen. Im kommenden Jahr geht es nach Italien, sicherlich auch eine Reise Wert.
Zum Schluß noch ein riesen Dankeschön an Konrad Guhl und sein Team von der Archenhold Sternwarte, die hier alles mögliche organisiert und auf die Beine gestellt haben.
Und wenn Sie in Berlin sind, besuchen Sie mal die Sternwarte. Leicht zu finden ist sie auf jeden Fall, einfach links abbiegen ;-)

Mit besten Grüßen und dem Wunsch nach viel klarem Himmel !

MP.

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