Venustransit vom 6.Juni 2012

8 Jahre sind manchmal eine relativ kurze Zeit. Das merkt man erst, wenn man nach der erfolgreichen Beobachtung des Transit im Jahr 2004 zu Hause auf dem Balkon “schon” den nächsten erwartet. Diesmal waren aber die “anderen” dran, was eine perfekte Beobachtung betrifft. 2004 waren wir in Europa bevorzugt, in 2012 andere Erdteile. Für Deutschland stellte sich die Situation so dar, das der Transit mit Sonnenaufgang schon seinen Höhepunkt hinter sich hat. Also blieb nur die Option, weit weg zu fliegen oder das Risiko etwas zu minimieren und mit dem Auto nach Norden zu fahren.  Bis Norwegen oder Finnland war es mir dann doch zu weit, so das ich meinen schon länger geplanten Wunsch nach einem Urlaub in Dänemark mit einem astronomischen Ereignis verbinden konnte.
Bereits im Dezember 2011 war das Ferienhaus 200m vom Strand entfernt gebucht.
Direkt in den Dünen gab es einen schönen Beobachtungsplatz, der eine Sitzbankgruppe beinhaltetete, die ich für meine astronomischen Beobachtungen nutzte. Weitere Nutzer gab es in dieser Zeit übrigens nicht. Wir wohnten in der Nähe von  Albaek, das auf ca. 57°34′ Nord liegt.
Das hatte auch den Vorteil, das dort die Sonne gut 45 min früher aufgeht als zu Hause und damit auch 45 min mehr Zeit zur Verfügung stehen für die Beobachtung des letzten Venustransit in meinem Leben. Allerdings kan man den geografischen Koordinaten, die ich so gesehen habe, nicht unbedingt trauen ;-).

Wir sind am 27.5. in Dänemark angekommen und haben jeden Morgen einen strahlenden Sonnenaufgang erlebt, so das ich hoffte, das das Wetter so anhält. Immerhin sollten sich ja die 1100 km Anreise auch lohnen. Und so kam es. Sonnenaufgang für den 6.Juni war um 4:21 MESZ. Es reichte aus, um 4 Uhr am Strand zu sein und alles war schnell aufgebaut.
Neben dem ETX  mit 90mm Öffnung und 1250mm Brennweite inkl. Sonnenfilter nutze ich noch ein Feldstecher mit 15-45×80 inkl. Sonnenbeobachtungsfolie.
Kurz vor Sonnenaufgang ergab sich die folgende Wolkensituation:

Mal ehrlich: Andere hatten schlechtere Bedingungen denke ich.
Danach ging die Sonne hinter einer Wolkenfront auf . Und in voller Pracht war vor der Sonnenscheibe die Venus zu sehen.


Dieses Bild und einige weitere entstanden mit dem ETX 90/1250 mm ohne Filter.


Hier mal die Sonne mit Canon EOS350D inkl. 300mm Teleobjektiv.


Hier nochmal mit 300mm Tele inkl. Sonnenfilter .


Anblick Sonne mit ETX und Sonnenfilter.


Hier kurz vor dem 3. Kontakt.

Nun bereits zwischen dem 3. und 4. Kontakt.

Meine Wenigkeit am Beobachtungsplatz direkt in den Dünen .

Praktisch wolkenloser Himmel auch nach dem Transit. Es war einfach nur beeindruckend.
2 Tage zuvor war übrigens Vollmond und ich konnte an gleicher Stelle den Aufgang des Vollmondes genießen und dazu passend folgende Foto’s machen:

Das Bild entstand mit 300 Tele. Leider war es nicht möglich, den Mond direkt aus dem Meer aufsteigen sehen. Man kann wohl nicht alles haben.


Weitwinkelaufnahme aus den Dünen heraus.


Das Mondlicht spiegelt sich in der Ostsee.

Mehrere Versuche waren nötig, um den Leuchtturm im passenden Moment leuchtend neben dem Vollmond zu erwischen.

Insgesamt darf man sagen, das sich diese Reise auf jeden Fall gelohnt hat. “Daheim” war schlechtes Wetter, so das ich wohl alles richtig gemacht habe. Die letzten Jahre haben gezeigt, das es immer gut ist, wenn man bei wichtigen astronomischen Ereignissen , vor allem wenn wir sie nicht wieder erleben können, “außerhalb” von Deutschland zu beobachten.
Nach dem Transit ist vor dem Transit. Nun heißt es warten auf den 9.Mai 2016 , wenn Merkur vor der Sonnenscheibe vorüberzieht. Das läßt sich von Deutschland aus recht gut beobachten, an einigen Orten jedoch geht die Sonne kurz vor dem 4. Kontakt unter.
Was mich noch beeindruckt hat war der Umstand, wie lange dort “oben” die Tage sind und das es praktisch keine Nacht gibt. Also Astronomiefan weiß man das natürlich alles, aber selbst erlebt habe ich das zum ersten mal. Die Sonne ging erst nach 22:15 Uhr unter und bis 23:00 Uhr kann jeder bequem draußen sitzen und lesen. Nach der ersten Woche stellten sich dann auch die Schlafstörungen ein , man kann Abends einfach nicht einschlafen. Warum auch, es ist ja hell. O.K. Das wars an dieser Stelle. Dänemark war eine Reise wert und ich werde wieder kommen.

MP ( im Juni 2012 )

2 Antworten zu Venustransit vom 6.Juni 2012

  1. Siggi schreibt:

    Hallo Marco, ich habe deinen Dänemark-Bericht mit den tollen Aufnahmen vom Venus-Transit und den anderen Aufnahmen gesehen. Einfach phantastisch!! – herzlichen Glückwunsch! Ein Blick zum Himmel mit der See im Vordergrund ist für mich immer auch besonders beeindruckend.
    Herzliche Grüße
    Siggi

    • astromarco schreibt:

      Hallo Siggi ! Danke für deine Beurteilung . Es war aber auch eine fantastische “Veranstaltung” und die 6 Monate Vorbereitung haben sich endlich mal wieder gelohnt, zumahl wir ja keine weitere Chance bekommen ;-)

      Beste Grüße

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